Neubausiedlung
 
 
 
 
 








Die größte Neubausiedlung in Dortmund




In den sechziger Jahren herrschte in Dortmund eine große Wohnungsnot, in der insbesondere junge Familien mit Kindern geräumige, aber auch bezahlbare Wohnungen suchten. Aus verschiedenen Gründen (u.a. Bodenspekulation) konnte dieser nicht ausreichend innerhalb der Innenstadt geschaffen werden. So entschied man sich auch in Dortmund für die Errichtung einer Großraumsiedlung im Raum Scharnhorst/Grevel auf der „grünen Wiese“. Solche Siedlungen wurden in den sechziger und siebziger Jahren in vielen europäischen Ländern konzipiert und gebaut. Das industriellen Bauen mit vorgefertigten Teilen und viel Beton war  dabei  eine Voraussetzung für vergleichsweise niedrige Mieten bei hohem Wohnkomfort.

In Scharnhorst sollte im Grunde ein völlig neuer Stadtteil mit Einkaufsmöglichkeiten und sowie  kulturellen Einrichtungen entstehen. Allerdings hatte die Schaffung von Wohnraum und der Straßenbau auf Grund der Wohnungsnot zunächst Priorität. Die geplanten Versorgungseinrichtungen entstanden mit zeitlicher Verzögerung. Das führte zu Protesten und einer Aktivierung der Mieter. Insbesondere die Kirchengemeinden, aber auch eine Mieterinitiative waren Träger dieses Protestes – besonders in der ersten Hälfte der siebziger Jahre.

Die neue Großsiedlung war schon Ende der fünfziger Jahre, zur Zeiten der Vollbeschäftigung, geplant wurden. Als Mitte der Siebziger und dann in den Achzigern die Arbeitslosigkeit stieg und zu einen gesellschaftlichen Problem wurde, traf es Großraumsiedlungen wie Scharnhorst besonders hart. Scharnhorst-Ost hatte wie viele Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus  schon in besseren Zeiten von anderen Vermietern eher als problematisch angesehene Mietergruppen wie ehemalige Obdachlose und Alleinerziehende als Mieter. In einem beachtlichen Teil der deutschen Gesellschaft stieg gleichzeitig der Anspruch an hohe Wohnqualität, wobei für viele dazu neben Wohneigentum auch ein eher harmonisch und scheinbar konfliktfreies Umfeld zählte. Siedlungen wie Scharnhorst-Ost hatten schon von Beginn an als „Betonburgen“  ein sehr schlechtes Image. Sie wurden von unterschiedlichsten Kritiken als „menschenfeindlich“ charakterisiert. Der nicht zu unterschätzende Mieterprotest in der Anfangsphase der Siedlung stellt aber die These in Frage, dass reine Wohnsiedlungen zwangsläufig zu Vereinsamung, nebeneinander her wohnen und mangelnder Kommunikation  führen.



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Scharnhorst-Ost | Einleitung
Letzte Änderung: 23.11.2009

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